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Gedenktafeln an der Friedensmadonna
Schützenverein wird „schwarzer Peter“ zugeschoben

Auf der Jahreshauptversammlung der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft Altenbeken hatten sich die Schützen mit einem Antrag zu befassen, der die Aufstellung von namentlichen Erinnerungstafeln beim Ehrenmal auf dem Kirchplatz zum Ziel hatte. Der Antrag lautete wie folgt: „Hiermit stellen wir den Antrag, dass wir als St. Sebastian Schützenbruderschaft namentliche Erinne­rungstafeln beim Ehrenmal am Kirchplatz aufstellen. Der Kirchenvorstand als Eigentümer des Grundstücks hatte durch den damaligen Pfarrer Werner Spancken mit Schreiben vom 21.10.2008 mitgeteilt, dass der Kirchenvorstand der Aufstellung zustimmt, wenn eine offizielle Bitte des Rates der Gemeinde Altenbeken oder ein offizieller Antrag der Altenbekener Schützenbruderschaft vorliegt."

Den Antragstellern wurde von Seiten des Vorstandes in der Versammlung die Möglichkeit gegeben, ihren Antrag ausführlich zu erläutern und den anwesen­den Schützen das Projekt vorzustellen. Bereits in der Diskussion kristallisierte sich heraus, dass unterschiedliche Auffassungen zum Standort der beiden Bronzetafeln vorlagen. Die Antragsteller favorisierten das Ehrenmal vor der Heilig Kreuz Kirche. Als weiterer Standort wurde jedoch das Mahnmal auf dem Alten Friedhof nahe dem Viadukt vorgeschlagen, welches Anfang der 20iger Jahre des vorherigen Jahrhunderts zum Gedenken der Opfer der Kriege 1870/71 und 1914/18 aufgestellt wurde. Richtig ist, dass die Schützenbruder­schaft Altenbeken an beiden Gedenkstätten zur Ehrung der Gefallenen einen Kranz niederlegt, ohne eine Wertung vorzunehmen, welches der geeignetere Ort ist. Klärungsbedarf bestand weiterhin auch noch zur langfristigen Pflege und zum Aussehen der Erinnerungstafeln. Hier hatte sich der Kirchenvorstand ein Mitspracherecht bzgl. der Gestaltung der Anlage vorbehalten. Das Vor­handensein von detaillierten Zeichnungen wurde deshalb mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. Bürgermeister Hans Jürgen Wessels sprach sich für eine Vertagung dieses Themas aus, um allen Beteiligten die Gelegenheit zu geben, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und eine für alle akzeptable Lösung zu finden. Oberst Ulrich Schnelle griff in der Versammlung diesen Vor­schlag gerne auf, um in Ruhe ein für alle tragbares Konzept erarbeiten zu können. Trotz mehrmaligen Nachfragens bei den Antragstellern, ob der Antrag zwecks Erarbeitung einer konsensfähigen Lösung von der Tagesordnung abgesetzt werden könne, beharrten diese auf einer Beschlussfassung. Mit deutlicher Mehrheit sprachen sich die anwesenden Schützen in einer geheimen Abstimmung anschließend dagegen aus, dass der Schützenverein als Antragsteller an den Altenbekener Kirchenvorstand herantritt, um Erinne­rungstafeln auf einem kirchlichen Grundstück aufstellen zu können. Deutlich gesagt werden muss dabei, dass dies nicht mit der Ablehnung der Aufstellung der Bronzetafeln gleichzusetzen ist. Die Schützen wollten sich lediglich nicht „vor einen Karren spannen lassen, der zuvor festgefahren worden war.“ Erste Ansprechpartner sind nämlich neben der politischen Gemeinde, die die Toten der Weltkriege zu beklagen hatte, auch die Kirche als Eigentümer des von den Antragstellern bevorzugten Ortes an der Friedensmadonna. Erst als hier keine Einigung erzielt werden konnte, wurde versucht, über den Schützenverein doch noch eine Aufstellung durchzusetzen. Sicherlich hatte der Schützenver­ein vor fast genau 50 Jahren bei der Aufstellung der Madonna mitgewirkt, doch ermöglichten erst die intensiven Bemühungen des damaligen Pfarrers bei der Bereitstellung eines Grundstückes die Durchführung des Projektes, da die Gemeinde Altenbeken kein geeignetes Gelände anbieten konnte.

Der Vorstand der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft widerspricht dem Tenor der in letzter Zeit zum Thema „Erinnerungstafeln“ veröffentlichten Leserbriefe, dass er für die Verhinderung der Aufstellung verantwortlich sei. Ihm lag ledig­lich ein Antrag vor, die Aufstellung der Bronzetafeln beim Kirchenvorstand zu befürworten. Auch der ebenfalls geäußerte Vorwurf, unvorbereitet in die Ver­sammlung gegangen zu sein, ist nicht korrekt, denn es ist nicht die Aufgabe der Bruderschaft, die im Leserbrief erwähnten bereits im Vorfeld aufgetretenen Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den Antragstellern, dem Kirchen­vorstand und der Gemeinde zu entschärfen. Richtig wurde dagegen in einem Leserbrief festgestellt, dass sich die Verantwortlichen seit einigen Jahren nicht einigen können. Die Verantwortung für die Aufstellung der Gedenktafeln liegt jedoch nicht beim Altenbekener Schützenverein, wie dies in einigen Leser­briefen leider suggeriert wird. Bei einer Vertagung des Themas in der Jahres­hauptversammlung hätte sich der Vorstand der Bruderschaft gerne bereit erklärt, bei der Koordination einer Entscheidungsfindung federführend mitzu­arbeiten. Aufgrund des von den Antragstellern herbeigeführten Mitgliederbe­schlusses sind ihm jetzt leider die Hände gebunden.

Der geschäftsführende Bataillonsvorstand
der St.-Sebastian-Schützenbruderschaft Altenbeken