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Königspaar Stupeler sitzt den Platzregen einfach aus

Beim Schützenfest in Altenbeken durfte gestern erstmals der gesamte Hofstaat in Kutschen Platz nehmen

 

koenig2009

Das Königspaar Marietheres (50) und Hubert Stupeler (55) hat gestern in Altenbeken de Festumzug angeführt. Mit dabei waren auch Enkeltochter Alice Tegethoff und Marco Bilanzola als Kinderpaar.

Von Jürgen Vahle (Text und Fotos)
Altenbeken (WV). Der geduldige Schütze wird belohnt. Das ist unter der Vogelstange so, dass gilt auch für Schützenumzüge. In Altenbeken hat das Königspaar Marietheres (50) und Hubert Stupeler (55) gestern jedenfalls so lange gewartet, bis der Umzug bei trockenem Wetter stattfinden konnte.
Zweiter Brudermeister Ulrich Schnelle ist in diesem Jahr Oberst.
Zuvor hatte es allerdings wie aus Kübeln geschüttet. Die Majestät hatte bereits einen Bulli geordert, der ihn und sein Gefolge zur Eggelandhalle bringen sollte. Schließlich legte er den Weg aber doch in der Königskutsche zurück.
Normalerweise ist der König Oberst in Altenbeken. Diesen Posten bekleidet in diesem Jahr aber der zweite Brudermeister Ulrich Schnelle. Dass Hubert Stupeler, der Mitarbeiter der Bahn ist (Ausbesserungswerk Paderborn), aber nicht nur gut als Oberst kommandieren, sondern auch gut als König regieren kann, bewies er gestern den Hunderten Zuschauern am Straßenrand. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Marietheres in einem bildschönen Kleid in Bordeaux und Creme und dem Gefolge (Käte und Hans-Josef Schulze sowie Sylvia und Horst Schlichting) führte er den Festzug. Das Königspaar hat zwei Kinder und zwei Enkel. Hubert Stupeler ist seit mehr als 20 Jahren Offizier und seit 2001 Oberst.
Der König konnte bei »seinem« Schützenfest gestern mit einem Novum aufwarten. Während er und seine Königin mit dem Kinderpaar (Enkeltochter Alice Tegethoff und Marco Bilanzola) in Kutsche Nummer eins Platz nahmen, durften die beiden Hofstaatspaare komplett in der zweiten Kutsche fahren. In der Vergangenheit waren die Hofherren stets im Zug mitgegangen. Hubert Stupeler berief nämlich nur zwei Paare in sein Gefolge - da war für alle genügen Platz hinterm Kutschbock. Für den König hat die Wahl seines Hofstaats Signalwirkung. »Ich wollte zeigen, dass man in Altenbeken auch König werden kann, wenn der Hofstaat nicht vier oder sechs Paar groß ist.« Seine Entscheidung solle zukünftigen Königen den Weg ebnen, gleiches zu tun.
Der Weg, den Königspaar und Gefolge gestern nahmen, war gesäumt von Schaulustigen. Sie waren nach dem Regen aus den Häusern gekommen und klatschten begeistert Beifall. Würdevoll war es bereits am Samstagabend, als auf »Selkers Wiese« der Zapfenstreich erklang. Heute endet das Fest mit dem Frühstück (9 Uhr), dem Aufmarsch der Kompanien auf dem Marktplatz (16 Uhr), dem Festzug mit Königspaar zur Eggelandhalle (16.30 Uhr), dem Konzert (17 Uhr) und dem Abschlussball (19 Uhr).
(Westfalen-Blatt, 20. Juli 2009)